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#096 - Zwischen Fluch und Gabe- Das scharfe Gespür der Hochsensiblen

Shownotes

In dieser Folge von "Zwischen Fluch und Gabe: Das scharfe Gespür der Hochsensiblen" erfährst du, wie hochsensible Personen (HSP) die subtilen Signale ihrer Umgebung aufnehmen und verarbeiten. Entdecke, warum ihr intensives Gespür sowohl eine außergewöhnliche Gabe als auch eine tägliche Herausforderung ist. Lerne, wie HSP ihre Fähigkeiten im Alltag als Stärke nutzen können und wie sie ihre Umwelt dadurch anders erleben.

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Schön, dass Du da bist und auch von mir ein fröhliches Hallo.

Falls Du heute zum ersten Mal dabei bist. Mein Name ist Nicole Führing, auch bekannt als Frau Sensibel und als Consultant, Coach und Podcasterin sorge ich für Empowerment von Hochsensiblen &/oder Scanner-Persönlichkeiten.

In jeder Folge beleuchte ich ein bestimmtes Thema zu HSP oder Scannern und gebe dann alltagstaugliche Tipps, wie Du aus dieser Situation das Beste machen kannst und für die Zukunft andere Verhaltensweisen trainierst oder am besten umsetzt. Alles immer aus der Sicht meiner KlientInnen oder von mir selbst. Also aus der Praxis für dein reales Leben.

Heute möchte ich mich mit dem Gespür von Hochsensiblen für andere Menschen etwas näher befassen.

Hochsensible Personen (HSP) verfügen über eine erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit, die es ihnen ermöglicht, subtile Signale und Hinweise in der Kommunikation und im Verhalten anderer zu erkennen, die anderen oft entgehen. Diese Fähigkeit erklärt, warum HSP oft intuitiv erfassen können, was andere Menschen vorhaben oder ob Beziehungen zwischen Menschen harmonieren oder nicht.

Meine Geschichte zu verschiedenen Situationen im Bezug auf meine Wahrnehmung……

Was sind jetzt die Gründe, warum hochsensible Menschen diese Einsichten oft früher als ihr Umfeld gewinnen:

Fein abgestimmte Wahrnehmung: HSP nehmen feine nonverbale Hinweise wie Mimik, Gestik, Tonfall und Körpersprache besonders intensiv wahr. Diese Signale können Aufschluss über die wahren Gefühle und Absichten einer Person geben, selbst wenn diese versucht, sie zu verbergen.

Tiefe Empathie: Ihre ausgeprägte Fähigkeit, sich in die emotionale Welt anderer hineinzuversetzen, ermöglicht es HSP, die Stimmungen und Gefühlslagen anderer tiefgehend zu erfassen. Das hilft ihnen zu erkennen, wenn zwischen Personen Spannungen bestehen oder wenn die Chemie einfach nicht stimmt.

Analytisches Denken: Hochsensible Personen neigen dazu, über ihre Beobachtungen intensiv nachzudenken und Zusammenhänge zu analysieren, die anderen verborgen bleiben. Ihre Gedankenprozesse sind oft komplex und detailorientiert, was ihnen hilft, Muster in menschlichem Verhalten früher zu erkennen.

Intuition: Neben logischen Überlegungen verlassen sich HSP häufig auch auf ihre Intuition, also ein "Bauchgefühl", das ihnen sagt, wie Situationen und menschliche Interaktionen sich entwickeln könnten. Diese intuitive Fähigkeit basiert oft auf einer unbewussten Verarbeitung der vielen wahrgenommenen Informationen.

Sensitivität für Disharmonie: Da Harmonie und Ausgleich für hochsensible Menschen besonders wichtig sind, reagieren sie sensibel auf Disharmonie in menschlichen Beziehungen. Diese Sensibilität macht sie oft zu den ersten, die erkennen, wenn zwei Personen nicht gut zusammenpassen oder wenn Konflikte drohen.

Diese Merkmale führen dazu, dass hochsensible Personen oft schneller und präziser soziale und emotionale Dynamiken erfassen als andere. Diese Fähigkeiten können in vielen Lebensbereichen, wie in der Mediation, Beratung oder im pädagogischen Kontext, von großem Nutzen sein.

Damit Du die Situationen besser nachvollziehen kannst, habe ich zu diesen 5 Gründen auch jeweils ein Beispiel aus dem Alltag und am Ende noch 5 wertvolle Tipps, wie Du das für Dich in Zukunft umsetzen kannst und vielleicht nicht die selben Fehler machst, wie ich früher.

1. Fein abgestimmte Wahrnehmung

Ich saß in einem Meeting mit einem Team, dass ich in den nächsten Monaten in diesem Projekt begleiten sollte. Während der Präsentation bemerkt ich, wie der Vorgesetzte immer wieder kurz die Augenbrauen hochzog, wenn ein bestimmter Kollege sprach. Auch seine Handbewegungen schienen steifer als sonst. Irgendwie unnatürlich. Obwohl niemand etwas sagte, nahm ich wahr, dass der Vorgesetzte mit den Vorschlägen des Kollegen nicht einverstanden war. Diese Wahrnehmung führt später dazu, dass ich in einem privaten Gespräch den Kollegen vorsichtig darauf hinwies, seinen Ansatz zu überdenken, was ihm letztlich half, sein Projekt erfolgreich anzupassen.

2. Tiefe Empathie

In einem Café beobachtet zwei Freunde am Nebentisch.

Einer der Freunde lacht und erzählt eine Geschichte, aber ich nehme wahr, dass sein Lachen nicht seine Augen erreicht und seine Körperhaltung angespannt ist.

Ich fühle, dass etwas nicht stimmt.

Später höre ich dann, wie der Freund gesteht, dass er eigentlich sehr traurig ist und nur versucht, stark zu wirken.

Und diese Fähigkeit, die wahren Emotionen zu erfassen, macht viele Hochsensible Persönlichkeiten besonders einfühlsam auch und gerade in ihren eigenen Freundschaften.

3. Analytisches Denken

Martin arbeitet in einem Team, das oft zusammen Mittagessen geht. Ihm fällt auf, dass immer, wenn bestimmte Themen zur Sprache kommen, ein Teammitglied auffällig still wird. Martin analysiert diese Muster über einige Wochen und spricht das Teammitglied schließlich unter vier Augen an. Dabei stellt sich heraus, dass das Thema dem Kollegen unangenehm ist. Martins Beobachtungsgabe und seine Fähigkeit, Muster zu erkennen, tragen dazu bei, dass das Team zukünftig Rücksicht auf die Gefühle des Kollegen nimmt.

4. Intuition

Claudia, bekannt für ihre Intuition, fühlt sofort eine seltsame Spannung, als sie ihre neue Arbeitsgruppe trifft. Obwohl alle freundlich zueinander sind, spürt sie eine untergründige Rivalität. Vertrauend auf ihr Bauchgefühl, nimmt sie sich die Zeit, mit jedem Einzelnen zu sprechen und fördert so ein offeneres Kommunikationsklima. Ihre Intuition stellt sich als richtig heraus, als die Gruppe später bestätigt, dass anfängliche Unsicherheiten und Konkurrenzdenken vorhanden waren, die durch ihre Bemühungen gemildert wurden.

5. Sensitivität für Disharmonie

Tom, der sehr sensibel auf zwischenmenschliche Beziehungen reagiert, bemerkt während eines Familienessens, dass seine Schwester und ihr Ehemann kaum miteinander sprechen. Er spürt, dass die Atmosphäre geladen ist, obwohl andere Familienmitglieder nichts bemerken. In einem ruhigen Moment bietet Tom seiner Schwester ein offenes Ohr an, was ihr hilft, über ihre Eheprobleme zu sprechen. Seine Sensitivität für Disharmonie ermöglicht es ihm, unterstützend für seine Familie da zu sein.

In Freundschaften

Anna und ihre beste Freundin Laura treffen sich regelmäßig mit einer neuen Bekannten, Julia. Während Laura von Julia begeistert ist, spürt Anna eine gewisse Unaufrichtigkeit in Julias Verhalten. Anna bemerkt, wie Julia oft das Thema wechselt, wenn es um tiefere persönliche Erfahrungen geht, und wie sie Laura unbemerkt zu manipulieren scheint, indem sie häufig um Gefallen bittet. Anna entscheidet sich, ihre Beobachtungen vorsichtig mit Laura zu teilen. Nach einigen Wochen erkennt Laura selbst, dass Julia oft ihre Großzügigkeit ausnutzt, was zu einer Neubewertung ihrer Beziehung führt.

In Gruppen

In einem Buchclub, zu dem auch Felix gehört, kommt ein neues Mitglied hinzu. Obwohl der Neuzugang, Markus, bei den meisten beliebt ist, spürt Felix, dass Markus’ Kommentare oft andere unterbrechen und das Gespräch dominieren. Das führt dazu, dass sich einige Mitglieder zurückziehen und weniger aktiv teilnehmen. Felix, der die Gruppendynamik genau spürt, spricht mit dem Gruppenleiter über seine Wahrnehmungen. Der Leiter nimmt das zum Anlass, die Diskussionsregeln zu überarbeiten, was zu einer ausgeglicheneren Teilnahme aller Mitglieder führt.

In Beziehungen

Sophie bemerkt, dass der neue Freund ihrer Schwester, Tom, in ihrer Anwesenheit oft abweisend und kritisch gegenüber ihrer Schwester ist. Sophie spürt, dass Toms Verhalten negative Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl ihrer Schwester hat, auch wenn diese es nicht sofort sieht. Nach mehreren Beobachtungen spricht Sophie ihre Sorgen in einem ruhigen und unterstützenden Gespräch mit ihrer Schwester an. Das öffnet den Raum für eine offene Diskussion über die Beziehung, und Sophies Schwester beginnt, Toms Verhalten kritischer zu betrachten.

Mit neuen Freunden

Max lernt über gemeinsame Freunde Daniel kennen. Obwohl Daniel auf den ersten Blick charmant wirkt, spürt Max, dass Daniel oft übertriebene Geschichten erzählt und scheinbar versucht, die Meinung anderer zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Max beobachtet, wie Daniel versucht, einen Keil zwischen die Freunde zu treiben, indem er Gerüchte streut. Er entscheidet sich, seine Bedenken mit den anderen Freunden zu teilen, und zusammen konfrontieren sie Daniel, was zu einer Klärung der Situation führt und die gesamte Gruppe stärkt.

Diese Beispiele zeigen, wie Du als hochsensible Person Deine Wahrnehmungen nutzen kannst, um potenzielle Probleme in zwischenmenschlichen Beziehungen zu erkennen und schon präventiv zu handeln, um Schaden von deinen Freunden oder anderen Gruppen abzuwenden.

Deshalb hier die Tipps, nochmals zusammengefasst:

1. Wähle den richtigen Zeitpunkt und Ort

Achte darauf, dass Du ein ruhiges und privates Umfeld wählst, um sensible Themen anzusprechen. Vermeide es, solche Gespräche in der Öffentlichkeit oder in emotional aufgeladenen Momenten zu führen. Ein ruhiger Zeitpunkt, an dem beide Seiten offen und entspannt sind, ist ideal.

2. Nutze „Ich-Botschaften“

Statt „Du-Botschaften“ zu verwenden, die defensiv machen können, sprich aus Deiner eigenen Perspektive. Formuliere Deine Beobachtungen und Gefühle mit Sätzen wie „Ich fühle...“, „Mir ist aufgefallen...“ oder „Ich mache mir Sorgen, weil...“. Dadurch wird klargestellt, dass es Deine persönliche Wahrnehmung ist und nicht ein allgemeingültiges Urteil.

3. Betone Deine Sorge und Zuneigung

Mach deutlich, dass Deine Motivation darin besteht, Unterstützung zu bieten und nicht zu kritisieren. Betone, dass es Dir um das Wohlbefinden der Person geht und dass Deine Anmerkungen aus einer Position der Fürsorge und Liebe kommen.

4. Sei offen für den Dialog

Gib der anderen Person Raum, ihre eigene Sichtweise und Gefühle zu dem Thema zu äußern. Es ist wichtig, dass das Gespräch als Dialog gestaltet wird, bei dem beide Seiten zu Wort kommen und verstanden werden.

5. Biete konkrete Beispiele

Statt vage Vermutungen zu äußern, teile konkrete Beobachtungen, die Du gemacht hast. Das hilft, Deine Punkte zu veranschaulichen und Missverständnisse zu vermeiden. Wenn Du jedoch befürchtest, dass zu direkte Beispiele als Angriff gewertet werden könnten, halte Deine Beobachtungen allgemeiner und konzentriere Dich darauf, Deine Gefühle zu teilen, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.

Indem Du diese Kommunikationsstrategien anwendest, kannst Du Deine tiefen Wahrnehmungen auf eine Weise teilen, die konstruktiv ist und Deine Beziehungen stärkt, statt sie zu belasten.

Und wenn Du Dir dabei Unterstützung wünschst, dann komm zu uns in die Community „Fein Sein“ und tausch Dich direkt mit anderen Gleichgesinnten aus oder buch Dir einfach Dein kostenloses Orientierungsgespräch mit mir.

Und das wars schon wieder für heute mit Frau Sensibel.

Ich wünsch Dir viel Spaß beim Endlich. Selbst. Werden.

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