#202 - Immer müde und erschöpft?
Shownotes
Immer müde und erschöpft? Wenn dein Nervensystem nie zur Ruhe kommt
Du hast acht Stunden geschlafen und bist trotzdem wie gerädert. Kein anstrengender Tag, keine schlaflose Nacht, und trotzdem ist da diese bleierne Müdigkeit, die sich einfach nicht wegschlafen lässt. Bei hochsensiblen Menschen ist chronische Erschöpfung weit verbreitet und oft missverstanden, denn sie hat wenig mit der Schlafmenge und viel mit der täglichen Reizverarbeitung zu tun.
Das erwartet dich in dieser Folge:
Warum "genug geschlafen" nicht automatisch "ausgeruht" bedeutet Was deinem Nervensystem den ganzen Tag über wirklich Energie kostet Drei Mikro-Pausen, die im Alltag sofort helfen Wie du langfristig aus der Erschöpfungsspirale kommst
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00:00:00: Schön, dass du da bist und auch von mir einfröhliches Hallo.
00:00:04: Heute muss ich dir kurz eine Geschichte erzählen bevor wir richtig einsteigen.
00:00:09: Vor ein paar Wochen saß ich abends auf dem Sofa.
00:00:11: es war ein ganz normaler Tag kein Drama keine Krise nichts worüber ich mich hätte beschweren können Ein paar Calls ein bisschen schreibtischarbeit Und natürlich immer die Spaziergänge mit einmal zwischen und trotzdem saß sich da komplett ausgelogt.
00:00:30: Mein Partner fragte mich, was ist denn heute passiert?
00:00:33: Und ich hatte tatsächlich keine gute Antwort.
00:00:36: Nichts war passiert und genau das war das merkwürdige.
00:00:42: Vielleicht kennst du dieses Gefühl!
00:00:44: Du schläfst deine sieben acht Stunden vielleicht sogar mehr am Wochenende und trotzdem bist du wie gerätet.
00:00:51: Kein Kater, keine durchwachte Nacht kein Marathon gelaufen und trotzdem bleierne Müdigkeit die sich einfach nicht wegschlafen lässt.
00:01:00: Genau darüber möchte ich heute mit dir sprechen.
00:01:04: Warum genug Schlafen nicht automatisch ausgeruht bedeutet?
00:01:09: Der erste wichtige Gedanke, den ich dir mitgeben möchte schlaf und der Schöpfung sind zwei unterschiedliche Baustellen.
00:01:16: Schlaf erholt in erster Linie deinen Körper aber ob dein Nervensystem sich erhult hat das ist nochmal eine andere Sache.
00:01:25: Und bei uns hoch sensiblen Menschen läuft das Nerven System tagsüber oft auf einem ganz anderen Level als beim Menschen die eben nicht hochsensible sind.
00:01:34: Ich vergleiche das gerne mit einem Handy-Akku.
00:01:37: Stelle vor, du hast zwei Handys.
00:01:39: Das eine hat im Hintergrund fünf Apps offen Die ständig Daten abrufen Standorte tracken Benachrichtung schicken und so weiter.
00:01:47: Das andere hat nur ein App offen.
00:01:50: Beide Handys hängen die gleiche Zeit an der Steckdose über Nacht Aber am nächsten Morgen ist der Akku vom ersten Handy trotzdem schneller wieder leer Weil im Hintergrund die ganze Zeit übers läuft was du gar nicht bewusst ziehst.
00:02:04: Genauso ist das mit deinem Nervensystem, wenn du hochsensibel bist.
00:02:08: Im Hintergrund läuft die ganze Zeit ein Programm, dass Geräusche filtert, Stimmung im Raum erfasst kleine Veränderungen registriert Zwischentöne in Gesprächen mitverarbeitet und so weiter und sofort.
00:02:21: Das ist nicht anstrengend im Sinne von.
00:02:24: Ich muss mich jetzt konzentrieren.
00:02:26: Es passiert einfach automatisch Aber es koste trotzdem Energie Und manchmal sogar ganz viel.
00:02:35: Deswegen meine ganz typische Situation.
00:02:38: Also möchte ich dir nochmal ein Beispiel geben, das mir eine Klientin mal erzählt hat.
00:02:42: Nennen wir sie Julia.
00:02:44: Julia arbeitet in einem offenen Großraumbüro.
00:02:47: An einem ganz normalen Tag hat sie ein paar Meetings dazwischen beantwortet sie E-Mails.
00:02:51: Es gibt einen kurzen eigentlich harmlosen Wortwechsel mit einer Kollegin der aber ein bisschen angespannt war.
00:02:59: Nichts davon würde man auf einer Skala von eins bis zehn als Schlimm einordnen.
00:03:04: Und trotzdem kam Julia abends nach Hause und konnte sich buchstäblich nicht mehr auf ein Gespräch mit ihrem Mann konzentrieren, sie saß nur da komplett leer.
00:03:14: Das Türkeische daran, wenn man Julia gefragt hätte was denn heute so anstrengend war, hätte sie wahrscheinlich mit den Schultern gezuckt weil es eben keine einzelne große Sache war.
00:03:26: Es war die Summe aus ganz vielen kleinen Dingen Die ihr Nervensystem den ganzen Tag überverarbeitet hat ohne dass es ihr überhaupt Wurst aufgefallen ist.
00:03:38: Ein wichtiger Hinweis, bevor wir weitermachen!
00:03:40: An dieser Stelle möchte ich kurz ehrlich mit dir sein weil mir das wichtig ist.
00:03:45: Anhaltende starke Erschöpfung kann natürlich auch ganz andere Ursachen haben Eisenmangel zum Beispiel Schildtusenprobleme Schlafstörung oder eine Depression.
00:03:56: Wenn deine Müdigkeit trotz ausreichend Schlaf und trotz Erholung über Wochen anhält dann bitte ich dich wirklich das ärztlich abklären zu lassen bevor du es vor schnell allein auf Ruchsensibilität zurückführst.
00:04:08: Das eine schließt das andere zwar nicht aus, aber es ist wichtig dass du das medizinische anschaust wenn es sich hartnäckig hält was diese Erschöpfung eigentlich antreibt?
00:04:22: Wenn ich mit Klientinnen über dieses Thema spreche kristallisieren sich meistens drei Dinge heraus die zusammenkommen.
00:04:29: Das erste ist die sensorische Dauerverarbeitung also Geräuschelicht kleine Bewegungen im Raum.
00:04:35: Alles wird registriert, auch wenn du gar nicht bewusst hinhörst oder hinschaust.
00:04:41: Das zweite ist die emotionale Mitverarbeitung.
00:04:44: Du spürst nicht nur wie es dir selbst geht sondern nimmst auch mit wie es den Menschen um dich herumgeht.
00:04:51: Wenn dein Kollege gestresst ist merkst du das Auch wenn er nichts sagt und ein Stück davon nimmest du unbewusst mit.
00:04:59: Und das dritte und das finde ich fast am wichtigsten fehlende echte Pausen.
00:05:05: Viele Dinge, die wir als Pause in Anführungsstrichen bezeichnen sind eigentlich gar keine.
00:05:11: Du scrollst am Handy während du eigentlich Pause machen solltest.
00:05:14: Du unterhältst dich in der Mittagspause mit Kolleginnen was schön sein kann aber eben auch wieder Verarbeitung bedeutet Dein Nervensystem bekommt den ganzen Tag über eigentlich kaum echte Erholungsfenster Was dir im Alltag wirklich hilft.
00:05:31: und jetzt kommen wir zu dem Teil der mir am wichtigsten ist was du konkret tun kannst.
00:05:36: Der erste Impuls ist meistens mehr schlafen und ich verstehe das total, dass ja auch logisch gedacht aber ehrlich gesagt ist es selten die eigentliche Lösung.
00:05:47: Was tatsächlich hilft ist dein Nervensystem über den Tag verteilt immer wieder ein Stück herunter zu fahren statt zu versuchen alles am Abend oder im Wochenende nachzuholen.
00:05:57: Ich nenne das immer gerne Mikropausen und ich mache das mittlerweile schon selbst ganz bewusst.
00:06:03: drei Beispiele, die du direkt für dich ausprobieren kannst.
00:06:07: Erstens fünf Minuten ganz ohne Bildschirm und ganz ohne Gespräch.
00:06:13: wirklich nur atmen das klingt fast zu simpel um zu wirken aber probier es mal aus bevor Du es ganz abtust.
00:06:23: zweitens kurz die Augen schließen und bewusst wahrnehmen was gerade wirklich um Dich herum ist statt gedanklich schon bei der nächsten Aufgabe zu sein Also wirklich mal im Moment ankommen, statt im Kopf schon drei Schritte weiter zu sein.
00:06:40: Und drittens das mein ganz persönlicher Favorit zwischen zwei Terminen eine ganz bewusste Übergangsminute einlegen also bevor du direkt in den nächsten Call oder das nächste Gespräch reinspringst.
00:06:54: ich mache es inzwischen so dass sich nach jedem Meeting kurz aufstehe ans Fenster gehe und einmal tief durchatme bevor ich mich wieder hinsetze.
00:07:02: Das dauert vielleicht dreißig Sekunden bis eine Minute, aber es macht tatsächlich einen Unterschied.
00:07:08: Ob ich fünf solcher Übergänge am Tag habe oder null?
00:07:13: Langfristig aus der Erschöpfungsspirale kommen!
00:07:17: Diese kleinen Pausen sind wichtig für den akuten Moment – aber wenn ich ehrlich bin reicht das alleine oft nicht aus.
00:07:26: Was mindestens genauso wichtig ist, ehrlich hinschauen welche Termine welchen Menschen, welche Aufgaben dich wirklich auslaufen Und dich zu trauen, das auch mal anzusprechen statt es unter muss halt sein abzuhaken.
00:07:40: Bei Julia von der ich dir vorhin erzählt habe war's zum Beispiel so dass sie im Nachhinein gemerkt hat Es war gar nicht das Meeting an sich das ihr schafft habt.
00:07:49: Es war Dass die direkt danach ohne Pause in den nächsten Termin gehetzt ist Jeden Tag Woche für Woche.
00:07:57: Als sie angefangen hat sich zwischen den Meetings bewusst Zehn Minuten Puffer einzuplanen Hat sich schon eine ganze Menge verändert Nicht alles, aber spürbar viel.
00:08:10: Nicht jede Erschöpfung lässt sich weg organisieren – das will ich gar nicht versprechen!
00:08:14: Aber viele kleine Stellschrauben zusammen machen tatsächlich einen spürbaren Unterschied und manchmal ist es eben nicht die große Veränderung sondern die Summe der vielen kleinen.
00:08:27: Bevor wir zum Ende kommen wie immer zwei Fragen, die du gerne mitnehmen kannst Wann warst du das letzte Mal wirklich?
00:08:34: wirklich pausenlos für dich ganz ohne Reiz von außen.
00:08:39: Und welcher Teil deines Alltags kostet Dich eigentlich am meisten Kraft, ohne dass es Dir bisher so richtig aufgefallen ist?
00:08:48: Nimm dir gerne mal in Ruhe vor vielleicht heute Abend wenn Du sowieso schon auf dem Sofa sitzt einfach diese Fragen mal durchzugehen.
00:08:59: Wenn Dich das Thema Erschöpfung schon länger begleitet und Du das Gefühl hast du würdest gerne mal mit jemandem drüber schauen was bei dir wirklich dahinter schickt, dann lass uns gerne mal in einem kostenlosen Orientierungsgespräch gemeinsam auf deine Situation schauen.
00:09:14: Den Link findest du wie immer in den Schornots und wenn Du Deine Energie nicht nur verstehen sondern auch ganz konkret für Dich festhalten möchtest Dann schau gerne Mal In der Frau Sensibel-Community vorbei.
00:09:26: Dort kannst Du zum Beispiel Deinen Energiescheckin machen Und über die Zeit Deine ganz eigene Spur sehen.
00:09:34: Aktuell ist es noch komplett kostenfrei.
00:09:36: Auch der Link dazu, ist in den Show notes und das war's dann auch schon wieder für heute mit Frau sensibel.
00:09:43: ich wünsch dir viel Spaß beim endlich selbst werden.
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